Polio & PPS Besser Verstehen – Seite 22 Fortsetzung

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Zunächst vermehren sich die Polioviren im lymphatischen Gewebe (Tonsillen und Darm- Lymphknoten), um sich dann schnell durch die Blutbahnen (hämatogen) im ganzen Körper auszubreiten. Als sogenanntes Nerventyp-Virus (neurotropes Virus), greift es       motorische Nervenzellen des Gehirns und des Rückenmarks (Alpha-Motoneurone) an und wird oral oder im Stuhl ausgeschieden.

Es zerstört einige der motorischen Nervenzellen und ihre Nervenstränge. Die zugehörigen Muskelfasern verlieren den Kontakt und werden nicht mehr versorgt. Dies führt zu einer schlaffen Lähmung.

Viele motorische Nervenzellen sind nun zerstört oder irreparabel  beschädigt. Die überle-benden motorischen Nervenzellen die dem gleichen Muskel dienen, lassen während der Erholungsphase neue Fasern aussprossen, um einige der verwaisten Muskelfasern, die zuvor von den toten Nervenzellen innerviert wurden, neu zu  versorgen.

Während dies zu einer gewissen Erholung der Muskeln führt, stellt sie eine zusätzliche Belastung für den Nervenzellenkörper dar, um die zusätzlichen Fasern zu nähren. Die Nervenzellen die überlebt haben, vergrößern sich, weil sie mehr Muskelfasern unter-stützen müssen. Diese werden als motorische Rieseneinheiten bezeichnet. Dies ist ein Reparaturmechanismus, der nach der akuten Phase auftritt, um von der Polio gelähmte Muskelgruppen zu unterstützen.

Poliomyelitis verursacht Hirnschädigungen. Nach aktuellen wissenschaftlichen Erkennt-nissen wirkt sich die Polio-Infektion nicht nur auf das periphere Nervensystem aus, sondern auch auf das Gehirn. Daher ist das Post-Polio-Syndrom nicht nur eine periphere neuromuskuläre Erkrankung. Klinisch wichtiger sind oft Schäden im Gehirn (z. B.  Atmung -> wobei der Patient in eine „eiserne Lunge? muss).

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