Polio & PPS Besser Verstehen – Seite 44 Fortsetzung

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Der Grund dafür liegt in der dauerhaften, zusätzlichen Überbelastung verbliebener motorischer Nervenzellen (motorischen Rieseneinheiten gebildet nach der akuten Phase der Polio). Ein PPS wird oft ausgelöst durch psychischen, physischen und/oder stoffwechselbedingtem (metabolischem) Stress, sowohl durch hohen Anfall von erregenden Nerventransmittern als auch durch die zu leistende Mehrarbeit, um neu ausgesprossene Nervenfaserenden und mehr Muskelfasern zu versorgen.

Bereits 1980 wurde dies durch Wiechers und Hubbell von der Staatsuniversität von Ohio in Columbus vorgeschlagen. Ihren Untersuchungen zufolge büßen die motorischen Nervenzellen von Polio-Betroffenen, zunehmend mit der Anzahl der Jahre nach der Rekonvaleszenz (Periode der Genesung nach Krankheit), ihre Funktionsfähigkeit ein.

Andere Ursachen, die von Medizinern schon vorgeschlagen worden sind, wobei die Beweise für diese Theorien allerdings nur äußerst begrenzt sind, lauten:

–           Eine anhaltende Infektion irgendeiner Art,

–           Umweltchemikalien, etc.

Schon während der Phase funktioneller Stabilität kann eine fehlende oder mangelhafte Funktion der motorischen Nervenzellen festgestellt werden. Wenn dann eine Zerstörung von mehr als ca. 50% der   motorischen Nervenzellen überschritten wird, kommt es nach vorherrschender Lehrmeinung zum Auftreten des PPS durch eine sogenannte Dekompensation (Unausgeglichenheit, Entgleisung) des seit der akuten Kinderlähmung bestehenden De- und Reinnervations-Prozesses (Entzug bzw. Versorgung mit Nervenreizen).

Da die geschädigten Nervenstrukturen oft bereits unter normalen Alltagsbedingungen an ihrer Belastungsgrenze bzw. bereits darüber arbeiten, ist die Dekompensation schon vorprogrammiert. Der Zeitpunkt des Eintritts der Dekompensation hängt von dem Grad der Vorschädigung und der Belastungsintensität ab.

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